Psychotherapie für Jugendliche

Die Verhaltenstherapie (VT)

 

Was ist Verhaltenstherapie?

In der Verhaltenstherapie stehen Lernprozesse des Menschen im Vordergrund. Man betrachtet das offensichtliche und sichtbare Verhalten, denn im Laufe des Lebens erlernen wir auf vielfältige Weise, uns auf eine bestimmte Art zu verhalten. Hierdurch prägen wir unsere typischen Denkweisen, individuellen Erlebensmuster und/oder Verhaltensweisen.

Auch, wie wir entsprechende Gefühlszustände bewerten und interpretieren, kann auf Lernvorgänge zurückgeführt werden. Psychische Störungen gehen somit im Verständnis der Verhaltenstherapie auf falsch oder ungünstig erlernte Denk- und Verhaltensmuster zurück. Das heißt aber auch, dass gestörtes Verhalten und auch negative Denkmuster wieder ‚verlernt‘ werden können.

 

Was beinhaltet Verhaltenstherapie und woraus besteht sie?

Verhalten ist in der Verhaltenstherapie ein weit gefasster Begriff und schließt auch Gedanken, Gefühle und körperliche Reaktionen mit ein. In den Anfängen der Verhaltenstherapie waren behaviorale Lerntheorien für das seelische Innenleben maßgeblich.

Neuere Entwicklungen schließen kognitive, also Denk-, Verarbeitungs- und Informationsprozesse mit ein. Diese werden aufgrund ihrer Umfänglichkeit häufig auch unter ‚Kognitiver Verhaltenstherapie‘ subsumiert.

 

Wie wirkt Verhaltenstherapie?

In der Verhaltenstherapie findet ein umfassendes therapeutisches Vorgehen Anwendung. Die Therapie fokussiert das Hier und Jetzt und konzentriert sich auf aktuelle, konkrete Situationen aus dem Alltag des Patienten. In den verhaltenstherapeutischen Behandlung werden problematische, nicht-funktionale und nicht-zielführende Verhaltensweisen ergründet und mittels verhaltenstherapeutischer Techniken neue Handlungen und Verhaltensweisen erprobt und erlernt.

Im Gegensatz zur analytischen und tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie, werden innere psychische Zustände durch äußere Verhaltensänderungen ersucht zu verändern.

 

Welche Methoden hat die Verhaltenstherapie?

Schwerpunkt ist es, den Patienten im Rahmen von Hausaufgaben, Übungen und Formen des Trainings, Techniken und Kontrollmöglichkeiten an die Hand zu geben, um auch zukünftige Probleme ohne therapeutische Unterstützung zu verstehen und überwinden zu können. Auch Konfrontationstechniken (in vivo oder in sensu) finden Anwendung. Das Vorgehen innerhalb der Therapie ist planvoll, transparent und systematisch. Es finden Techniken der gedanklichen Umstrukturierung Anwendung. Weitere Techniken der Verhaltenstherapie sind operante Verfahren oder zum Beispiel die Rational-Emotive-Therapie nach Ellis oder die kognitive Verhaltenstherapie nach Beck.

 

Wie lange dauert eine Verhaltenstherapie und wie läuft eine Verhaltenstherapie ab?

Die Behandlung findet in der Regel mit einer Sitzung pro Woche statt. Die Dauer der Therapie umfasst ca. ein bis zwei Jahre bei einem Behandlungskontingent von 25 – 80 Sitzungen.

Zuletzt aktualisiert am 13.08.2019